Die die Firma „Borealis Polymere GmbH“, ein führender Hersteller von Kunstoffen, und die Johannes Kepler Universität Linz, lud zum Tag der Chemie in Burghausen ein, da der weltweite Bedarf an Kunststoffprodukten scheinbar ungebremst steigt und die Erforschung bzw. Modifizierung der Produktionsprozesse einen breiten Arbeitsmarkt bietet. Die drei Chemiekurse der Q12 des Comenius-Gymnasiums fuhren deshalb bereits am Vormittag in das Bürgerhaus der Stadt Burghausen. Dort präsentierte ein Vertreter der „Borealis Polymere GmbH“ das riesige Unternehmen mit Zahlen und Fakten und wir erhielten durch Bilder einen ersten Eindruck vom Standort in Burghausen. Anschließend zogen uns zwei Professoren der Johannes-Keppler-Universität Linz in ihren Bann, indem sie die 2009 eröffnete Fakultät für Kunststofftechnik vorstellten. In ihren Vorträgen stellten sie jeweils ihr Forschungsgebiet vor. Schnell wurde allen klar, dass die außergewöhnlichen Eigenschaften von Kunststoffen und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ein großes Entwicklungspotenzial besitzen und auch künftig immer öfter innovative Lösungen liefern werden. Nach einem kurzen Mittagessen durften wir die Anlagen zur Produktion von Polypropylen und Polyethylen auf dem Firmengelände der Firma „OMV“ und „Borealis Polymere GmbH“ besichtigen. Die Führung erfolgte in Bussen und das strikt abgeschlossene Gelände schien zuerst wie eine fremde Welt. Gleich am Haupttor hing ein riesengroßer, giftgrüner Banner mit der Aufschrift „Sicherheit auf Schritt und Tritt“. Hier herrschten andere Regeln, denn das Unternehmen ist der Sicherheit in ganz besonderem Maße verpflichtet. Mit der Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h durchquerten wir das Gelände, während uns zwei Spezialisten die verworrenen Rohre, Kessel und Schornsteine der Erdölraffinerie erklärten. Wir verfolgten den Weg vom Erdöl zu Treibstoffen bzw. den Edukten für die Kunststoffherstellung Ethen und Propen. Die beiden Kunststoffmonomere, die bei Borealis verarbeitet werden, leitet OMV direkt auf das benachbarte Firmengelände weiter. Dort werden diese Gase in riesigen Reaktoren zu Kunststoffgranulat polymerisiert. Die entstandenen kleinen weißen Kügelchen, sind das Ausgangsmaterial zur Herstellung von Fasern, Folien, Hohlkörpern aus Kunststoff, oder ähnlichem. Wie das aber genau aussieht, hat uns das Unternehmen leider vorenthalten. Dieser Prozess wurde als streng geheim bezeichnet und nachdem wir die riesigen Lagerräume gesehen haben endete die Rundfahrt auch schon wieder. Das abwechslungsreiche Programm auf höchstem Niveau war für uns Schüler eine interessante Erfahrung und es bot sich immer wieder die Gelegenheit Fragen zu stellen, die jederzeit kompetent beantwortet wurden. Ob Borealis Polymere, die Universität Linz und die Zukunft der Kunststoffe auf uns zählen können, wird sich noch herausstellen.
Die Q 12 beim Besuch der Firma Borealis Polymere GmbH.