Seit Anfang September befindet sich Jakub Walenda, der im vergangenen Frühjahr bei uns sein Abitur abgelegt hat, in Chile. Er arbeitet dort bei einem Freiwilligendienst und schildert in einem Blog seine ersten Eindrücke aus Chile:Die letzten Wochen und vor allem Tage vor dem Abflug waren dann doch etwas stressiger als anfangs erwartet. Ich bin zusammen mit fünf weiteren Freiwilligen, nach 18 Stunden Flug und einem Zwischenstopp in Sao Paolo, in Santiago angekommen. Bis morgen sind wir noch alle hier zusammen in einer Art Kloster untergebracht, wo wir noch ein letztes Einführungsseminar und Sprachkurse durchlaufen, bevor es dann am Donnerstag zur Gastfamilie in meine Stadt Rancagua geht. Spätestens Montag geht es dann wirklich mit dem Projekt Entwicklungshilfe los. Der Flug war gut und bisher ist auch alles im grünen Bereich - worüber soll man denn auch klagen, bei 22 Grad und strahlendem Sonnenschein im Winter... Rancagua liegt etwa eine Stunde südlich von Santiago. Ich werde wohl oft im Rahmen meiner Arbeit zwischen beiden Städten pendeln. Bisher habe ich noch nicht all zu viel von Santiago gesehen, da es momentan sehr schwierig und gefährlich ist in die Innenstadt oder gar in die Nähe davon zu kommen, da ja die momentanen Stundentenproteste die komplette Stadt in Atem halten. In den nächsten Wochen werde ich aber auf jeden Fall das Land in vollen Zügen erkunden. Für Chile stellen diese Proteste eine Wende, oder gar eine Revolution dar, da sich damit nicht nur das Bildungssystem, sondern auch die komplette Politik und Gesellschaft hinterfragen muss. Für das Land ist es eine völlig neue Erfahrung sich für etwas einzusetzen und die noch junge Demokratie zu genießen - es sind immer noch Spuren der seit 1990 beendeten 15-jährigen Diktatur zu erkennen. Diese neue Erfahrung äußert sich nun in zum Teil wütenden und gewalttätigen Stundentenprotesten. Diese Eindrücke, aber auch die immensen Unterschiede zwischen "arm" und "reich" sind schon in den ersten Tagen sehr präsent. Am Montag trete ich nun meine Stelle als Entwicklungshelfer an und bekomme dann endlich meine genaue Tätigkeit zugewiesen, nachdem ich heute schon eine kleine Einführung darin erhalten habe. Darüber, aber auch über alles andere erwähnenswerte werde ich natürlich per Email und in meinem Blog berichten. In den nächsten Tagen erst werde ich meinen Blog mal mit den ersten ausführlichen Berichten füttern, zunächst ist alles noch sehr aufregend und es ist manchmal schwierig zu realisieren, dass ich tatsächlich in Chile in einer völlig neuen Welt bin.
Wer mehr über Jakub und seine Arbeit in Chile wissen möchte, kann seinen Blog abonnieren unter: projektchile.wordpress.com/tag/jakub/
Jakub Walenda hat sich akribisch auf seinen Einsatz als Entwicklungshelfer vorbereitet.